Die ketogene Ernährung ist eine sehr kohlenhydratarme, fettreiche Kostform. Die Kohlenhydratzufuhr liegt meist unter 50 g am Tag, oft sogar bei 20 bis 30 g. Der Körper stellt dadurch seinen Stoffwechsel um und bildet aus Fett sogenannte Ketonkörper, die Gehirn und Muskeln als Energiequelle nutzen. Diesen Zustand nennt man Ketose.
Warum ist das wichtig?
Medizinisch etabliert ist die ketogene Ernährung bei bestimmten Formen der Epilepsie, vor allem bei Kindern, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken, sowie bei seltenen Stoffwechselerkrankungen. Dort wird sie ärztlich und diätetisch eng begleitet.
Als Abnehmmethode ist Keto populär. Kurzfristig führt sie oft zu schnellem Gewichtsverlust, anfangs vor allem durch Wasser. Langfristig ist sie anderen Diäten nicht überlegen und schwer durchzuhalten. Bei manchen Menschen steigt das LDL-Cholesterin (LDL: Low-Density-Lipoprotein) deutlich an, besonders bei viel gesättigtem Fett.
Zahlen und Referenzwerte
| Nährstoff | Typischer Anteil an der Energie |
|---|---|
| Fett | etwa 70 bis 80 % |
| Protein | etwa 15 bis 20 % |
| Kohlenhydrate | etwa 5 bis 10 %, meist unter 50 g |
Was bedeutet das im Alltag?
Brot, Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, die meisten Obstsorten und Süßes fallen weitgehend weg. Dadurch wird es schwer, genug Ballaststoffe, Vitamin C, Magnesium und Kalium aufzunehmen. In den ersten Tagen treten häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit und Verstopfung auf, die sogenannte Keto-Grippe.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Ernährungsbedingte Ketose ist etwas anderes als die gefährliche diabetische Ketoazidose.
- Keto verbrennt nicht automatisch mehr Fett. Abnehmen gelingt nur mit Energiedefizit.
- Keto-Produkte aus dem Handel sind oft stark verarbeitet.