Glykämische Last

Die glykämische Last, kurz GL, beschreibt, wie stark eine übliche Portion eines Lebensmittels den Blutzucker erhöht. Sie baut auf dem glykämischen Index (GI) auf, bezieht aber zusätzlich die Menge an Kohlenhydraten in der Portion ein. Damit ist sie für den Alltag aussagekräftiger als der glykämische Index allein.

Warum ist das wichtig?

Der glykämische Index wird immer für 50 Gramm verwertbare Kohlenhydrate gemessen. Das führt zu Verzerrungen. Wassermelone hat einen hohen glykämischen Index, enthält aber so wenig Kohlenhydrate, dass eine normale Portion den Blutzucker kaum beeinflusst. Die glykämische Last korrigiert das. In Beobachtungsstudien ist eine Ernährung mit hoher glykämischer Last mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Zahlen und Referenzwerte

Berechnet wird die glykämische Last, indem man den glykämischen Index mit der Kohlenhydratmenge einer Portion in Gramm multipliziert und durch 100 teilt. Werte bis 10 gelten als niedrig, von 11 bis 19 als mittel, ab 20 als hoch. Eine Portion Wassermelone von 120 Gramm hat bei einem GI von etwa 75 und rund 6 Gramm Kohlenhydraten eine GL von etwa 4. Eine große Portion weißer Reis kommt dagegen leicht auf Werte über 30.

Was bedeutet das im Alltag?

Die glykämische Last einer Mahlzeit lässt sich senken, indem man die Portion stärkehaltiger Beilagen verkleinert und mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und Eiweiß ergänzt. Vollkorn statt Weißmehl, ganzes Obst statt Saft und bissfest gegarte Nudeln helfen zusätzlich. Genaue Berechnungen sind im Alltag nicht nötig, das Prinzip reicht zur Orientierung.

Wer besonders betroffen ist

Für Menschen mit Prädiabetes, Typ-2-Diabetes, Insulinresistenz oder Schwangerschaftsdiabetes kann das Konzept helfen, Mahlzeiten blutzuckerfreundlicher zu gestalten.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Auch die glykämische Last ist nur ein Näherungswert. Die tatsächliche Blutzuckerwirkung hängt von der ganzen Mahlzeit, der Zubereitung und der Person ab. Eine niedrige GL macht ein Lebensmittel zudem nicht automatisch gesund, Chips etwa haben durch ihren hohen Fettgehalt eine vergleichsweise niedrige GL.

Verwandte Begriffe

Quellen