Migräne und Ernährung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden, oft einseitigen, pochenden Kopfschmerzen, häufig begleitet von Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Frauen sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer. Viele Betroffene vermuten Lebensmittel als Auslöser.

Warum ist das wichtig?

Häufiger als einzelne Lebensmittel lösen unregelmäßige Mahlzeiten, Flüssigkeitsmangel, Schlafmangel, Stress, hormonelle Schwankungen und Alkohol eine Attacke aus. Heißhunger auf Süßes oder Schokolade kann auch ein frühes Anzeichen einer beginnenden Attacke sein und wird dann fälschlich für den Auslöser gehalten.

Was bedeutet das im Alltag?

  • regelmäßig essen und keine Mahlzeiten auslassen
  • ausreichend und über den Tag verteilt trinken
  • Koffein in gleichbleibender Menge, starke Schwankungen und Entzug können Attacken auslösen
  • Alkohol, besonders Rotwein, beobachten und gegebenenfalls meiden
  • mögliche individuelle Auslöser mit einem Kopfschmerztagebuch prüfen, statt vorsorglich viele Lebensmittel zu streichen

Einige Nährstoffe werden in der Leitlinie zur Migränevorbeugung als mögliche Ergänzung genannt, etwa Magnesium und hoch dosiertes Riboflavin (Vitamin B2). Die Wirkung ist deutlich schwächer belegt als die von Medikamenten.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Schokolade, Käse oder Glutamat lösen bei den meisten Menschen mit Migräne keine Attacken aus.
  • Eine Ausschlussdiät ohne Tagebuch führt oft zu unnötigen Einschränkungen.
  • Fasten kann bei manchen Betroffenen eher Attacken auslösen.

Verwandte Begriffe

Quellen