Demenz ist ein Oberbegriff für Erkrankungen, bei denen Gedächtnis, Denken und Alltagsfähigkeiten dauerhaft nachlassen. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit, gefolgt von der vaskulären Demenz durch Durchblutungsstörungen. In Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz.
Warum ist das wichtig?
Die Lancet-Kommission zur Demenzprävention nannte 2024 vierzehn beeinflussbare Risikofaktoren. Weltweit könnten bis zu 45 Prozent der Demenzfälle mit ihnen zusammenhängen. Für Deutschland schätzen Forschende des DZNE (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen) den Anteil auf etwa ein Drittel. Zu den Faktoren gehören unter anderem Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin (LDL: Low-Density-Lipoprotein), Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkohol, Hörverlust, Depression und soziale Isolation.
Ernährung wirkt über viele dieser Faktoren indirekt auf das Demenzrisiko, vor allem über Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Gewicht.
Was bedeutet das im Alltag?
Beobachtungsstudien verbinden eine mediterrane Ernährung und die daraus abgeleitete MIND-Diät (MIND: Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay) mit einem langsameren geistigen Abbau. Diese Ernährungsweisen betonen grünes Blattgemüse, Beeren, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Fisch und Olivenöl. In einer großen randomisierten Studie brachte die MIND-Diät im Vergleich zu einer ebenfalls gesunden Kontrollkost allerdings keinen zusätzlichen Vorteil.
Ernährung bei bestehender Demenz
Mit fortschreitender Demenz wird Essen und Trinken oft schwierig. Betroffene vergessen Mahlzeiten, erkennen Speisen nicht mehr oder haben Schluckprobleme. Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel sind häufig. Fingerfood, gewohnte Lieblingsspeisen, feste Essenszeiten, kräftige Farben auf dem Teller und Trinkerinnerungen können helfen.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Nahrungsergänzungsmittel wie Ginkgo, Omega-3-Kapseln oder Vitamin E schützen gesunde Menschen nach aktueller Studienlage nicht vor Demenz.
- Demenz ist keine normale Folge des Alterns.
- Kokosöl hilft nicht gegen Alzheimer.