Beikost

Beikost ist alle Nahrung, die ein Säugling zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsmilch bekommt. Meist beginnt sie mit Brei, sie kann aber auch weiche Fingerfood-Stücke umfassen. Beikost wird nötig, weil Milch allein ab dem zweiten Lebenshalbjahr den Bedarf an Energie, Eisen und Zink nicht mehr deckt.

Warum ist das wichtig?

Mit der Beikost lernt das Kind neue Geschmäcker, Konsistenzen und das Essen vom Löffel. Ein zu früher Beginn überfordert den Darm, ein zu später kann zu Nährstofflücken führen, vor allem bei Eisen.

Zahlen und Referenzwerte

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt, Beikost frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats einzuführen. Zeichen der Beikostreife sind:

  • Das Kind kann mit Unterstützung aufrecht sitzen.
  • Es schiebt Nahrung nicht mehr reflexartig mit der Zunge hinaus.
  • Es greift nach Dingen und öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
ReihenfolgeBrei
1. BreiGemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, anfangs nur wenige Löffel Gemüse
2. Breietwa einen Monat später Milch-Getreide-Brei
3. Breiwieder einen Monat später Getreide-Obst-Brei

Was bedeutet das im Alltag?

Brei kann selbst gekocht oder fertig gekauft werden. Beides ist gleichwertig, wenn die Zutaten passen. Salz, Zucker, Honig und andere Süßungsmittel gehören nicht in die Beikost. Etwas Rapsöl im Gemüsebrei liefert wichtige Fettsäuren. Zum Brei wird Wasser angeboten. Gestillt werden kann parallel so lange, wie Mutter und Kind es möchten.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Potenziell allergene Lebensmittel wie Ei, Fisch oder Weizen später einzuführen, beugt Allergien nicht vor.
  • Kinder mit Allergierisiko in der Familie brauchen keinen eigenen Beikostplan.
  • Fertigbrei ist nicht schlechter als selbstgekochter, wenn er ohne Zucker und Salz auskommt.

Für Fachkräfte

Nach den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben wird Beikost frühestens ab Beginn des fünften und spätestens ab Beginn des siebten Monats eingeführt, orientiert an den Reifezeichen des Kindes. Potenzielle Allergene wie Ei, Erdnuss in geeigneter Form, Fisch und Weizen sollen dabei nicht gemieden oder verzögert werden, auch nicht bei Kindern mit erhöhtem Allergierisiko.

Beratungsschwerpunkte sind die Eisenversorgung über Fleisch oder eisenreiches Getreide mit Vitamin C, der Verzicht auf Salz, Zucker und Honig im ersten Lebensjahr, die Vermeidung von Erstickungsrisiken durch ganze Nüsse und harte Stücke sowie das responsive Füttern. Bei vegetarischer oder veganer Beikost ist eine besonders sorgfältige Planung und bei veganer Ernährung eine B12-Supplementierung erforderlich.

Verwandte Begriffe

Quellen