Viele Kinder verbringen einen großen Teil des Tages in Kita, Ganztagsschule oder Hort und essen dort mindestens eine Hauptmahlzeit. Die Gemeinschaftsverpflegung prägt damit Ernährung, Geschmack und Essgewohnheiten von Millionen Kindern.
Warum ist das wichtig?
Ein gutes Mittagessen in Kita und Schule kann gesundheitliche Unterschiede zwischen Kindern aus verschiedenen Familien ausgleichen. Es ist zugleich ein Lernort: Kinder erleben gemeinsame Mahlzeiten, probieren Neues und lernen, woher Lebensmittel kommen. Auch Ernährungsbildung im Rahmen der Prävention in Lebenswelten nach § 20a SGB V (Fünftes Buch Sozialgesetzbuch) setzt hier an.
Die DGE-Qualitätsstandards
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat für Kitas und Schulen eigene Qualitätsstandards entwickelt, zuletzt im Oktober 2023 aktualisiert. Sie beschreiben unter anderem:
- welche Lebensmittel wie häufig auf den Speiseplan gehören, mit täglich Gemüse und einem hohen Anteil an Vollkorn und Hülsenfrüchten
- einen hohen Anteil vegetarischer Gerichte und begrenzte Mengen Fleisch
- Wasser als Getränk, jederzeit frei verfügbar
- eine angenehme Essatmosphäre mit ausreichend Zeit
- Nachhaltigkeit in den Dimensionen Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl
Einrichtungen können sich nach den Standards zertifizieren lassen. Die Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung in den Bundesländern beraten bei der Umsetzung.
Was bedeutet das im Alltag?
Eltern können beim Träger nachfragen, ob sich die Verpflegung am DGE-Qualitätsstandard orientiert, und den Speiseplan in Elternabenden ansprechen. Ein gesundes Frühstück von zu Hause mit Vollkornbrot, Gemüse, Obst und Wasser ergänzt das Mittagessen.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Gesundes Essen in der Kita muss nicht teurer sein. Mehr Hülsenfrüchte und weniger Fleisch senken oft die Kosten.
- Vegetarische Gerichte versorgen Kinder gut, wenn sie ausgewogen geplant sind.
- Ein einzelner Süßspeisentag ist kein Problem, entscheidend ist der Plan über mehrere Wochen.