Die Nutrigenetik untersucht, wie Unterschiede in den Genen beeinflussen, wie Menschen auf Nahrung reagieren. Die Nutrigenomik betrachtet umgekehrt, wie Nahrung die Aktivität von Genen beeinflusst. Beide Forschungsfelder bilden die Grundlage für die Idee einer personalisierten Ernährung.
Warum ist das wichtig?
Menschen reagieren tatsächlich unterschiedlich auf dieselben Lebensmittel. Einige genetische Unterschiede sind gut verstanden und medizinisch relevant, etwa die genetisch bedingte Laktoseintoleranz, die familiäre Hypercholesterinämie oder seltene Stoffwechselerkrankungen wie Phenylketonurie. Für häufige Erkrankungen wie Übergewicht oder Diabetes Typ 2 wirken dagegen hunderte Gene mit jeweils sehr kleinem Effekt zusammen, dazu Lebensstil, Umwelt und Darmmikrobiom.
Was bedeutet das im Alltag?
Im Internet werden Gentests angeboten, die anhand einer Speichelprobe den passenden Ernährungstyp oder die ideale Diät bestimmen sollen. Verbraucherzentralen und Fachleute sehen diese Angebote kritisch. Studien zeigen bisher nicht, dass Menschen mit einer genbasierten Diät mehr abnehmen oder gesünder werden als mit allgemeinen Empfehlungen. Zudem sind Datenschutzfragen zu bedenken.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Gene sind kein Schicksal. Lebensstil beeinflusst, wie stark genetische Risiken zum Tragen kommen.
- Der „Stoffwechseltyp“ aus dem Gentest ist wissenschaftlich nicht belegt.
- Personalisierte Ernährung ist ein ernstzunehmendes Forschungsfeld, aber noch kein fertiges Produkt.