Risiko verstehen

Viele Schlagzeilen zu Ernährung arbeiten mit Prozentangaben wie „erhöht das Risiko um 18 Prozent“. Um solche Aussagen einzuordnen, ist der Unterschied zwischen relativem und absolutem Risiko entscheidend.

Warum ist das wichtig?

Das relative Risiko beschreibt, um wie viel sich ein Risiko verändert, im Verhältnis zum Ausgangsrisiko. Das absolute Risiko beschreibt, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind. Ist ein Ereignis selten, kann eine große relative Veränderung eine sehr kleine absolute Veränderung bedeuten. Relative Angaben wirken deshalb oft dramatischer, als die Lage ist.

Ein Beispiel

Die WHO-Krebsforschungsagentur (WHO: Weltgesundheitsorganisation) berichtet, dass jede zusätzliche Portion von 50 g verarbeitetem Fleisch am Tag das Darmkrebsrisiko um etwa 18 Prozent erhöht. Das ist das relative Risiko.

Angenommen, ohne diesen Verzehr erkranken im Laufe des Lebens etwa 5 von 100 Menschen an Darmkrebs. Eine Erhöhung um 18 Prozent bedeutet dann etwa 6 von 100. Das absolute Risiko steigt also um rund einen Prozentpunkt. Das ist für die Bevölkerung relevant, für eine einzelne Person aber weniger bedrohlich, als die Schlagzeile klingt.

AngabeWert im Beispiel
Ausgangsrisiko5 von 100
Risiko mit täglich 50 g Wurstetwa 6 von 100
relative Erhöhung18 Prozent
absolute Erhöhungetwa 1 Prozentpunkt

Die Zahlen zum Ausgangsrisiko sind hier vereinfacht und dienen nur der Veranschaulichung.

Was bedeutet das im Alltag?

Bei jeder Risikoangabe lohnt die Frage: Wie viele von 100 oder 1.000 Menschen sind betroffen, mit und ohne den Faktor? Seriöse Gesundheitsinformationen nennen beide Zahlen.

Häufige Missverständnisse

  • 18 Prozent mehr Risiko heißt nicht, dass 18 von 100 Menschen erkranken.
  • Ein kleines absolutes Risiko kann für die ganze Bevölkerung trotzdem bedeutsam sein.
  • Risiken addieren sich. Mehrere kleine Faktoren können zusammen viel ausmachen.

Verwandte Begriffe

Quellen