Ernährungsthemen sind in Medien und sozialen Netzwerken allgegenwärtig. Neben guter Aufklärung verbreiten sich dort auch vereinfachte, zugespitzte oder falsche Aussagen. Mit ein paar Fragen lässt sich die Qualität einer Information schnell besser einschätzen.
Warum ist das wichtig?
Widersprüchliche Nachrichten verunsichern und führen dazu, dass Menschen Empfehlungen generell misstrauen. Gleichzeitig verdienen manche Anbieter gut an Angst und schnellen Versprechen. Wer Informationen prüfen kann, trifft bessere Entscheidungen und fällt seltener auf teure Mittel herein.
Checkliste
- Wer steckt dahinter? Fachgesellschaft, Behörde, Forschungsinstitut oder ein Unternehmen, das etwas verkaufen möchte?
- Gibt es Interessenkonflikte? Wird ein Produkt, Kurs oder Buch beworben? Wer hat die Studie finanziert?
- Worauf stützt sich die Aussage? Wird eine Studie genannt und verlinkt? Menschen oder Tiere? Beobachtung oder zufällige Zuteilung?
- Wie groß ist der Effekt? Werden absolute Zahlen genannt oder nur relative Prozentangaben?
- Ist das neu und einzeln oder gut bestätigt? Passt die Aussage zu Leitlinien und Übersichtsarbeiten?
- Wie klingt die Botschaft? Wundermittel, Geheimtipps, „was Ärzte verschweigen“, schnelle Heilung und Angstmache sind Warnsignale.
- Werden Grenzen genannt? Seriöse Informationen sagen auch, was unklar ist und für wen etwas nicht gilt.
Was bedeutet das im Alltag?
Eine gute Gewohnheit ist, bei auffälligen Aussagen zuerst bei unabhängigen Stellen nachzusehen, etwa bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), der Verbraucherzentrale, gesund.bund.de oder medizin-transparent.at. Für Social Media gilt: Reichweite und persönliche Erfolgsgeschichten sind keine Belege.
Häufige Missverständnisse
- Dass Empfehlungen sich ändern, ist kein Zeichen von Beliebigkeit. So funktioniert Wissenschaft.
- Ein Doktortitel oder weißer Kittel garantiert keine unabhängige Information.
- „Natürlich“ und „chemiefrei“ sind Werbebegriffe und keine Qualitätsmerkmale.
Verwandte Begriffe
- Heilversprechen erkennen
- Quellen und Orientierung
- Risiko verstehen
- Social-Media-Trends & Mythen
- Studientypen