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Warum Ernährungsbildung an der Brotdose ansetzt

Bei Projekttagen für Grundschülerinnen und Grundschüler verbinden Ernährungswandel und die ESSEN WISSEN Stiftung Eildermann Ernährungsbildung mit praktischer Küchenarbeit. Organisiert werden die Workshops durch das Jugendamt Zwickau, Sachgebiet Gesundheitsförderung. Ermöglicht wird das Angebot im Rahmen der AOK PLUS-Gesundheitspartnerschaft mit dem Landkreis Zwickau.

Wie lässt sich Ernährungswissen so vermitteln, dass Grundschulkinder es mit ihrem eigenen Alltag verbinden können? Dieser Frage widmet sich die Workshopreihe „Fit durch den Schulalltag“. Ernährungswandel gestaltet den interaktiven Ernährungsbildungsteil und nutzt mit der Brotdose einen vertrauten Gegenstand als Ausgangspunkt für altersgerechte Wissensvermittlung. Anschließend wechseln die Kinder in den historischen Kochbus der Stiftung, wo sie Lebensmittel praktisch kennenlernen und selbst zubereiten.

Die Projekttage finden seit dem 8. September an mehreren Standorten statt. So greifen Wissensvermittlung und praktische Erfahrung unmittelbar ineinander: Die Kinder erfahren, wie eine ausgewogene Brotdose zusammengestellt wird, und setzen ihre Erkenntnisse anschließend beim gemeinsamen Kochen um.

Ein vertrauter Gegenstand als Ausgangspunkt

Die Brotdose eignet sich für Ernährungsbildung, weil sie unmittelbar an die Lebenswelt der Kinder anknüpft. Sie wird regelmäßig genutzt, enthält unterschiedliche Lebensmittel und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für Fragen rund um Auswahl, Sättigung, Getränke, Obst und Gemüse sowie die Zusammenstellung einer Mahlzeit.

Im Workshop beschäftigen sich die Grundschulkinder deshalb mit konkreten Entscheidungen: Welche Lebensmittel halten länger satt? Welche Bestandteile passen gut zu einem Schulfrühstück? Welche Getränke eignen sich als Durstlöscher? Und welche Lebensmittel lassen sich praktisch in einer Brotdose mitnehmen?

Mit Hilfe von Symbolkarten vergleichen die Kinder, ordnen zu und begründen ihre Einschätzungen. Auf diese Weise werden Unterschiede zwischen Lebensmitteln anhand ihrer Eigenschaften und ihrer Funktion im Schulalltag nachvollziehbar.

Lebensmittel vergleichen und Entscheidungen begründen

Im Workshop lernen die Kinder unter anderem Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, sättigende Komponenten und verschiedene Getränke näher kennen. An konkreten Beispielen vergleichen sie Snacks und beschäftigen sich altersgerecht mit ihrer Zusammensetzung. Auch der Zuckergehalt ausgewählter Getränke wird aufgegriffen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Saisonalität von Obst und Gemüse. Mit Lebensmittelkarten, Zuordnungsaufgaben und spielerischen Übungen erarbeiten die Kinder, wann verschiedene Sorten wachsen, welche Lebensmittel sich gut für die Brotdose eignen und welche Kombinationen im Schulalltag praktikabel sind.

Ziel ist es, Zusammenhänge verständlich zu machen und die Kinder dazu anzuregen, ihre Auswahl selbst zu erklären.

„Die Brotdose ist für Ernährungsbildung besonders geeignet, weil sie direkt zum Alltag der Kinder gehört. An ihr lassen sich viele Themen miteinander verbinden, vom Trinken über Sättigung bis zu Obst, Gemüse und Saisonalität. Wichtig ist, dass die Kinder selbst vergleichen, einordnen und ausprobieren können“, sagt Friedericke Kirsten von Ernährungswandel.

Vom Ernährungswissen in die Küche

Auf den Workshop folgt bei den Projekttagen im Landkreis Zwickau unmittelbar die praktische Arbeit im Kochbus der ESSEN WISSEN Stiftung Eildermann. Der historische Doppeldecker ist mit einer mobilen Küche ausgestattet und ermöglicht Kindern, Lebensmittel selbst zu verarbeiten und gemeinsam Speisen zuzubereiten.

Zusammen mit Koch Michael Weise lernen die Schülerinnen und Schüler regionale und saisonale Zutaten kennen, schneiden und verarbeiten Lebensmittel, bereiten Snacks zu und probieren ihre Ergebnisse.

Die beiden Programmpunkte greifen unmittelbar ineinander: Im Workshop von Ernährungswandel beschäftigen sich die Kinder mit Auswahl, Zusammensetzung und Alltagstauglichkeit von Lebensmitteln. Anschließend erleben sie im Kochbus, wie aus saisonalen und regionalen Zutaten eigene Snacks entstehen und welche Schritte von der Auswahl bis zur Zubereitung dazugehören.

Pro Projekttag können rund 85 Kinder in mehreren Durchläufen an den Angeboten teilnehmen.

Vier Projekttage im Landkreis Zwickau

Nach dem Auftakt am 8. September auf dem Zwickauer Hauptmarkt und der zweiten Station in Wildenfels folgen die Projekttage am 10. September in Wilkau-Haßlau an der Muldentalhalle sowie am 11. September in Limbach-Oberfrohna auf dem Hauptmarkt.

Zum Auftakt in Zwickau begrüßte die Erste Beigeordnete des Landkreises Zwickau, Angelika Hölzel, die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Ebenfalls vor Ort waren Daniel Röthig, Bürgermeister von Callenberg und Kreisvorsitzender des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, sowie Vertreterinnen und Vertreter der AOK PLUS und des Jugendamtes.

Nach den Septemberterminen wird der Kochbus im Dezember 2026 erneut durch den Landkreis Zwickau touren und weitere Städte und Gemeinden besuchen.

Möglich werden die Projekttage im Rahmen der AOK PLUS-Gesundheitspartnerschaft mit dem Landkreis Zwickau.

Das Workshopformat von Ernährungswandel lässt sich auch in Schulen, Kommunen und bei weiteren Trägern der Gesundheitsförderung einsetzen. Anfragen zu Ernährungsbildungsangeboten und Projekttagen nimmt Ernährungswandel über die Kontaktstelle entgegen.

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