Kostenfreie Weiterbildung für Frauen startet Anfang 2027
Das Gesundheits- und Präventionsunternehmen ewandel hat ein neues Qualifizierungsprogramm aufgelegt. Ab Januar 2027 verbindet das Angebot berufsbegleitendes Lernen mit individueller Begleitung für Gründerinnen und bereits selbstständige Fachfrauen in Gesundheitsberufen.
Frauen aus Gesundheits- und Präventionsberufen können sich ab sofort für die kostenfreie „ewandel Weiterbildung - Selbstständig in Gesundheits- und Präventionsberufen“ anmelden. Das Programm richtet sich an Fachkräfte, die eine Gründung vorbereiten oder ihre bestehende Selbstständigkeit festigen und weiterentwickeln möchten.
Der erste von drei Durchläufen (siehe Termine und Teilnahme) beginnt am 28. Januar 2027. In zehn Modulen geht es um Beratungsmethoden, Gesprächstechniken, Marketing- und Vertriebsstrategien, die neusten Anwendungstechniken aus der digitale Welt und künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen sowie Selbstmanagement. Zusätzlich werden Teilnehmerinnen von qualizierten Coaches zu ihren eigenen Themen individuell betreut und begleitet.
Alle Bausteine des Programms verfolgen ein gemeinsames Ziel: eine Selbstständigkeit, die wirtschaftliche Eigenständigkeit ermöglicht und sich zugleich mit Familie und Privatleben vereinbaren lässt.
Berufliche Selbstständigkeit im Gesundheitsbereich
Das Angebot startet in einer Phase, in der Gründungen im Gesundheitssektor an Bedeutung gewinnen. Nach Berechnungen von ZEW Mannheim und Creditreform gab es in dieser Branche im vergangenen Jahr bundesweit rund 12.500 Neugründungen, der höchste Wert seit mehr als 20 Jahren. Zugleich verweisen die Forschenden auf die Abhängigkeit des Sektors von der finanziellen Lage der Kranken- und Pflegekassen sowie der öffentlichen Hand. Die Zahlen beziehen sich auf den Gesundheitssektor insgesamt.
Gleichzeitig investieren viele Menschen selbst in ihre Gesundheit: Laut einer Umfrage von Simon-Kucher will rund die Hälfte der Befragten in Deutschland künftig mehr für Prävention ausgeben. Auch die amtliche Statistik zeigt steigende Eigenausgaben: Private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck gaben 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 65 Milliarden Euro für Gesundheit aus, 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Für Fachkräfte aus Gesundheits- und Präventionsberufen kann sich daraus ein zusätzlich interessantes Tätigkeitsfeld ergeben, etwa mit Beratung, Kursen oder Präventionsangeboten für Selbstzahlende, Betriebe und Krankenkassen. Ob eine Selbstständigkeit wirtschaftlich trägt, hängt jedoch wesentlich von einem klar beschriebenen, gut kalkulierten und vermarkteten Angebot ab.
Gemeinsam lernen, individuell weiterarbeiten
Die Weiterbildung ist berufsbegleitend angelegt und auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf optimiert. Genau darauf ist das dreimonatige Programm zugeschnitten: 32 Stunden Gruppencoaching und 14 Stunden individuelle Begleitung bieten die Möglichkeit, Kompetenzen und Fähigkeiten zu erweitern, eigene Ideen zu konkretisieren, Herausforderungen zu besprechen und die nächsten Schritte gezielt vorzubereiten. Über die digitale Lernplattform von ewandel stehen den Teilnehmerinnen ergänzend sämtliche Materialien, Reflexionsübungen und Praxisaufgaben kostenfrei zur Verfügung. So können sie auch zwischen den Coachingterminen flexibel und in ihrem eigenen Tempo arbeiten.
Zu den Themen gehören unter anderem die eigene berufliche Rolle und ihre fachlichen Grenzen, Konfliktmanagement, Positionierung sowie die digitale Organisation des Berufsalltags samt Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Die Teilnehmerinnen erhalten Impulse, um KI im Arbeitsalltag sinnvoll und kritisch zu nutzen, Veränderungsprozesse bei sich und anderen zu begleiten und das eigene Angebot so zu vermarkten, dass es die passenden Kundinnen und Kunden erreicht.
Geleitet wird das Programm von Friedericke Kirsten, Diätassistentin und Gesundheitsmanagerin. Zuvor hatte sie bereits ein zweijähriges Weiterbildungsprogramm für Ernährungsexpertinnen im Unternehmen geleitet. Durch ihre langjährige Arbeit in der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bringt sie auch Berufserfahrung aus erster Hand mit.
In den 1:1 Power Sessions arbeiten die Teilnehmerinnen eng mit Friedericke Kirsten und weiteren, qualifizierten Coaches an ihren eigenen Zielen. Diese bringen Expertise zu mentaler Gesundheit, Qualitätssicherung und Datenschutz ein. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat.
Angesprochen sind:
Therapeutinnen und Heilpraktikerinnen,
Beraterinnen und Coaches aus psychosozialer Beratung und Gesundheitscoaching,
Trainerinnen und Yogalehrerinnen mit gesundheitsbezogener Körperarbeit,
Gesundheitspädagoginnen aus Gesundheitsbildung sowie Frauen- und Familiengesundheit,
Ernährungsfachkräfte aus Ernährungsberatung, Diätassistenz und Gesundheitsförderung,
Ärztinnen mit Blick auf Praxisgründung oder selbstständige ärztliche Tätigkeit,
Apothekerinnen, die eine Apotheke gründen, übernehmen oder weiterentwickeln möchten,
Pflegekräfte, Hebammen und medizinische Assistenzkräfte
Voraussetzung ist ein fachlicher Hintergrund durch Ausbildung, Studium, Berufserfahrung oder Zertifizierung; teilnehmen können Frauen im Neben- wie im Haupterwerb aus Freiberg (Sachsen) und Umgebung.
Ein Netzwerk für Freiberg und Mittelsachsen
Mit dem Programm entsteht zugleich ein Netzwerk unterschiedlicher Gesundheitsberufe, das die regionale Zusammenarbeit in Sachsen stärken und gemeinsame Gesundheits- und Präventionsangebote ermöglichen soll.
Die Teilnahme einschließlich der ergänzenden individuellen Begleitung ist für die Teilnehmerinnen vollständig kostenfrei.
Pro Kurs stehen maximal 14 Plätze zur Verfügung. Bei freien Kapazitäten können auch Frauen aus anderen sächsischen Regionen teilnehmen.
Die beiden Präsenzmodule finden am Standort von ewandel in der Petersstraße 35, 09599 Freiberg, statt. Alle weiteren Module und Coachings können bequem per Videokonferenz wahrgenommen werden.
Transparenzhinweis
Das Vorhaben wird im Rahmen der ESF Plus-Richtlinie Gleichstellung im Erwerbsleben 2021-2027 (A: Förderung der Selbstständigkeit der Frauen) des Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt über die Sächsischen Aufbaubank aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus kofinanziert. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.