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Heilberufe unter Druck
Warum der Blick in die Zukunft vielen Sorgen bereitet

Viele Menschen in Heilberufen blicken mit Sorge auf ihre wirtschaftliche Zukunft. Das aktuelle Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit zeigt: Die Erwartungen haben sich deutlich verschlechtert, während die gegenwärtige Lage vergleichsweise stabil bleibt. Was steckt hinter diesem Unterschied?

Lage bleibt stabil, Zuversicht schwindet

Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird deutlich besser bewertet als die Aussichten für die kommenden Monate. Genau diese Spannung prägt die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Der Stimmungswert liegt so niedrig wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Dazu trägt vor allem der pessimistischere Ausblick bei.

Anschaulich wird das in der Physiotherapie: Die meisten Befragten beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend. Dennoch rechnet eine Mehrheit damit, dass sie sich in den kommenden Monaten verschlechtert.

Woher der Druck kommt

Bei den wahrgenommenen Belastungen stehen politische Entscheidungen und regulatorische Vorgaben an erster Stelle. Mehr als drei Viertel der Befragten bewerten deren Einfluss auf ihre Arbeit negativ. Auch aktuelle Ereignisse und die Praxisverwaltung werden häufig als belastend genannt.

Welche einzelne Regelung dahintersteht, lässt sich daraus nicht ablesen. Die Antworten machen aber deutlich, welche Rahmenbedingungen die Befragten beschäftigen. Digitalisierung wird seltener als Belastung aufgeführt als die anderen abgefragten Bereiche. Einen positiven Einfluss erlebt allerdings nur ein kleiner Teil der Befragten. Weniger Ärger mit Technik bedeutet offensichtlich noch nicht, dass sie den Arbeitsalltag spürbar erleichtert.

Unterschiede bei Berufsgruppen

Besonders deutlich verschlechtert sich die Stimmung in Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie. Bei Hebammen verändert sie sich nur wenig; Apotheken und Heilpraktikerpraxen verzeichnen sogar leichte Verbesserungen.

Das Barometer erfasst diese sechs Gruppen niedergelassener Heilberufe. Die Stimmung von Fachkräften aus Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie wurde dabei nicht erfasst. Die Ergebnisse lassen sich nicht einfach auf ihre berufliche Situation übertragen.

Sorgen greifbar und Probleme lösbar machen

Für den eigenen Betrieb können die Werte aus der Befragung dennoch einen Anlass geben, genauer hinzusehen. Hilfreich dabei ist die Trennung zwischen dem, was heute bereits Schwierigkeiten macht, und dem, was für die Zukunft befürchtet wird.

So entsteht aus einer allgemeinen Sorge eine Problemstellung, an der sich arbeiten lässt. Politische Rahmenbedingungen löst das nicht. Es kann aber helfen, im eigenen Alltag einen Ansatzpunkt zu finden und gegenüber Verbänden oder zuständigen Stellen konkreter herauszustellen, wo Entlastung benötigt wird.

Quelle

Autorin

Autor: Friedericke Kirsten
Friedericke Kirsten
von Ernährungswandel

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